Interview: Mobile Internet & Apps

Interview-Partner

Fahle

 

 

 

Robert Fahle, Leiter Business Partnerships, RTL interactive

 

Vita

Robert Fahle (48) arbeitet als Leiter Marketing & Business Partnerships bei RTL interactive. Der Absolvent der Kölner Journalistenschule und Dipl.-Volkswirt ist dort u.a. zuständig für die digitalen Medien- und Marketing-Projekte und entwickelt mit Industrie-Partnern neue Geschäftsmodelle in Online, Mobile sowie Digital-TV und -Text . Nach fünf Jahren als Autor (Wirtschaftswoche, Capital etc.) und TV-Redakteur (z.B. WDR, RTL) trat Robert Fahle 1997 als Gründungsmitglied in die Online-Redaktion bei RTL Television ein und verantwortete als Geschäftsbereichsleiter den Start des Internet-Portals RTL.de. Ab 2002 baute Robert Fahle für mehrere Sender der RTL-Gruppe den Bereich Multimedia Development und baute den Broadband- und iTV-Bereich von RTL auf. Im August 2004 wurde er mit der Gründung des neu geschaffenen Bereiches Mobile Media beauftragt. Später leitete Robert Fahle den Bereich Mobile bei RTL interactive und verantwortete mehrere Jahre lang u.a. die Mobile-TV und Mobile-Apps-Produkte und den Bereich Mobile Business, bevor er im Oktober 2012 die Leitung des Bereiches Marketing & Business-Partnerships übernahm.

 

Es gibt ja schon seit Jahren die Diskussion Mobile Web vs. Mobile App. Gibt es mittlerweile einen Sieger?

Früh war klar, daß es sich hier nicht um die klassische Schlacht mit einem klaren Gewinner & Verlierer handelt. Statt dessen liegt für viele Anbieter ein Mix nahe: Klassische Online-Angebote werden durch Adaptive- und Responsive-Ansätze einfach „ready for mobile“ gemacht und teilweise parallel dazu werden Apps entwickelt, die bezüglich Funktionen & Features klare Vorteile gegenüber Mobile-Web-Ansätzen haben. Der Browser-Ansatz immer den Kürzeren ziehen, wenn komplexe Komfort-Funktionen – von Zahlungsverfahren über Personalisierung bis hin zu Authentifizierung oder LBS – im Mittelpunkt des Angebots stehen. Zudem bringen Apps ein komplett neues Öko-System mit, was neuer Geschäftsmodelle oder auch New Marketing – zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. Dafür gibt es für die Mobile Web-Ansätze heute von Deep Linking bis Reduzierung von Komplexität gute Argumente. Somit gilt für viele der Mix und sie schauen sich zunehmend an, auf welche OS sie sich beim Thema Apps fokussieren, um die eigene Angebotspalette beherrschbar zu halten.

 

Vor kurzem änderte Google wieder einmal seinen Such-Algorithmus und berücksichtigt nun, ob Webseiten mobil-optimiert sind, als Rankingfaktor. Was ändert sich dadurch für Unternehmen und Nutzer?

Wenn heute einige Online-Angebote schon bis zu 80 % von Mobilen Endgeräten aus abgerufen werden, dann sollte der Nutzer von der Mobile-Optimierung generell ja mal profitieren. Und der Aufwand bei vielen Unternehmen, die Web-Sites attraktiver mobil abrufbar zu machen, ist oft auch überschaubar. Zudem werden einige Langschläfer unter den Anbietern so via Google ja ein wenig zu ihrem Glück gezwungen – denn an der Zunahme der mobilen Nutzung geht ja perspektivisch kein Weg vorbei. Nur Naivlinge können aber ja ernsthaft glauben, daß Google selbst mit diesem Schritt einfach die Welt ein bißchen besser machen will – es braucht keine Tiefen-Analyse, um schnell zu sehen, daß mehr mobile optimierte Seiten die Umsätze von Google steigen lassen. Für den Nutzer interessiert sich die Google-Kollegen ja immer dann, wenn sie an ihm verdienen können.

 

Welche Aspekte sind innerhalb des Themas Mobile Internet & Apps im Jahr 2015 besonders spannend?

Bewegtbild wird 2015 eine noch größere Rolle als ohnehin spielen – egal ob im Bereich Mobile Internet oder bei den Mobile Apps. 2015 muss sich aber auch im Bereich bei der Vermarktung bei Mobile ein großer Schub ergeben – insbesondere die Publisher brauchen da Erfolgszahlen um ihre Angebote weiter auszubauen und neue attraktive Apps etc. zu starten. Andere Hemmschwellen werden dagegen weiter sinken: Die Preise für Datenflats werden noch einmal attraktiver werden und damit Kostensorgen bei der Mobile-Nutzung aufweichen – und die Hot-Spot-Infrastruktur wird auch besser und fördert die Nutzung unterwegs. Für Content-Anbieter, Mobilfunknetzbetreiber und Hardware-Hersteller gibt also keinen Grund nicht weiter massiv Gas zu geben.

 

Warum ist Mobile Internet & Apps als Thema für Besucher der Mobikon besonders spannend?

Aus Gesprächen mit Partnern und anderen Branchen-Playern kenne ich gut die große Verunsicherung, welche Strategien im Mobile-Bereich die richtige ist. Gerade die Vorträge und Gesprächsrunden im Rahmen der Mobikon können hier Orientierung bieten.

 

Vielen Dank!